21 Monate – festhalten was man nicht aufhalten kann

Lieber Kosmonaut,

in den letzten Wochen bist Du so unglaublich groß geworden. Alles an Dir wächst unaufhaltsam. 

Als erstes natürlich Dein Körper, ist ja klar. Du trägst Kleidergröße 92, Schuhgröße 24 und Mützen in mindestens 104. Durch deine „Höhe“ kommst du auf einmal an alle mögliche Dinge ran, die wir noch nicht auf dem Schirm hatten. Kürzlich waren wir zu zweit, ich im Bad. Im Wohnzimmer lief Musik. Da entdecktest du den Lautstärkeregler. Morgens 6.30 Uhr. Hallo Nachbarn! Ich war nur kurz auf Klo. 

Außerdem kannst du die Kaffeemaschine anschalten. Wunderbar. 

Parallel zum Körper hast du auch geistig einen Riesensprung gemacht. Du kombinierst ganz viel und merkst dir alles. Im Moment kippen sich im Rahmen der Icebucketchallenge alle Leute Wasser über den Kopf. Du kommentierst es mit „Oh nein! Nass!“ Siehst du dann im Kinderbuch einen Eimer ahmst du die „Über Kopf“ Bewegung nach und schüttelst dich wieder mit den Worten „nass! oh nein!“. 

Du hast du verstanden, das Menschen sich ähnlich sind. Du zeigst deinen Bauch und willst sehen, dass wir auch einen haben. Du tippst nacheinander alle verfügbaren Nasen an etc. Nur, dass nicht alle Leute ein Basecap tragen, so wie Papa und du ist sehr sehr komisch!

Kürzlich warst du sauer, weil es vermutlich kein Eis gab oder ähnliches. Du bist richtig wütend geworden. Mit Stampfen, hinwerfen und so weiter. Da hast du deinen Pappköfferchen gepackt, hast „szüssi“ gerufen und bist aus dem Zimmer gerannt. Wir sind leider vor lachen umgefallen.❤

An einem anderen Tag gingst du „szüssi“ rufend raus um nach Sekunden wieder zu kommen und strahlend „Hi! Naaaaa?!“ zu rufen. 

Außerdem bist du ein großer Schmuser. Menschen, die du magst werden geknutscht. Deine kleinen Kumpels, Omas, Onkel und Tanten und natürlich wir. Fragen wir nach einen Küsschen, sagst du oft „nein!“ um dich dann doch in unsere Arme zu werfen. Wenn wir im Bett liegen und du noch nicht schlafen magst, verteilst du ganz viele kleine Küsschen auf meinem Gesicht. Ich möchte das NIE nie NIE vergessen.❤❤❤

Dein Wortschatz wächst auch, aber gemächlich.

Das es Tierlaute und Tiernamen gibt, hast du noch nicht richtig verstanden. Das einzige Tier, dass du beim Namen nennst ist der Hase. Es wohnt nämlich ein wilder Hase in unserem Garten, den wir immer beobachten. Alle anderen Tiere werden per Laut benannt. Ansonsten sagst du Dinge wie ab, alle, rein, heiss, mehr und ganz neu auch noch mal. Dann ein paar Kitanamen, Mama, Papa und Oma. Und eben deine Grußformeln „hi, na! hallooooo! szüss, szüssie, bye!“ Das liebst du. Du hebst auch ganz lässig den rechten Arm, wenn wir draußen sind und einer der Nachbarn kommt. Ohne Ton. Du bist ein echter Westfale.😉

Essen und Trinken tust du wie wir – nicht mehr erwähnenswert. Auch schläfst du wie wir – nämlich im Familienbett.😉 Gerade ist es eben so. Wir mögen es sehr und was gibst schöneres als morgens von dir gedrückt und geknutscht zu werden. 

Ach genau – fast vergessen! Dein Lieblingswort! MEINÄ! MEINÄ! MEINÄ! Alles ist deins. Schön: „Meinä Mama!“ – anstrengend: „Meinä (hier den gefährlichsten oder teuersten Haushaltsgegenstand einfügen, an den er gerade mal rankam). 

So, Schluss für heute mit der Sammlung deiner Niedlichkeiten. Nicht zu verschweigen sind natürlich auch massive Bockphasen in denen es zwei Erwachsene oder Bestechung braucht um ihn ins Auto zu setzen oder die Zähne zu putzen.

Es ist ja nicht alles nur rosarot.😀

Wenn ich Zeit hätte…

Mein wundervoller Sohn,

kaum arbeite ich wieder, kommt das hier zu kurz. Du bist jetzt 18 Monate alt. 1,5 Jahre! Krass!

Wenn ich Zeit hätte, dann würde ich erzählen dass:

– Du durch die Welt rennst. Gehen ist dir zu langweilig. Du rennst. Und das auf so unfassbar süßen Speckbeinchen, dass wir vor Entzücken immer noch quieken

– Du kein Obst und Gemüse mehr isst. Zumindest nicht roh. Kleine Obststücken, die sich im Joghurt verstecken, puhlst du dir angewidert von der Zunge. Gestern habe ich Erdbeeren püriert und mit Quark gemischt, damit du überhaupt was in die Richtung isst.

– Dein Lieblingswort „Papa!“ ist. Papa ist der Held. Papa! Papa? Papa! Manchmal auch: Papa? Mama? Mapa?

– Dein neues Lieblingsspielzeug der Tingstift ist. Kombiniert mit dem Bauernhofbuch kannst dich lange beschäftigen. Außerdem hast du Smartmax Magnete, die du richtig toll findest.

– Du richtig wütend werden kannst. In den letzten Wochen hast du massiv am Feature „eigener Wille“ gearbeitet. Puh! Du kannst aufstampfen, dir empört auf die Schenkel klopfen, die Hände in die Hüften stemmen, Neeeein! rufen und eine richtige Schnute ziehen. Im Moment zu jeder Gelegenheit.😉

– Dein Wortschatz wächst: Hallo, Mama, Papa, Bu (für Bus und Buch), Brumm für Auto (oftmals schon in Kombination Mama brumm oder Papa brumm), Ei, Butter (!?!), Okkka und Nana (Oskar und Jonah), alle, Ommma, Bll für Ball, Hu für Hund und Muh für Kuh, und natürlich ja und nein.

– Dein passiver Wortschatz beeindruckend  ist. Letztens nahm ich deinen Teddy und sagt „Hallo Kosmonaut, ich habe dich lieb!“ und du gingst zum Teddy und hast ihn geküsst.❤ Hach! Deine Küsse sind eine Ehre. Du verteilst sie sparsam und ich schmelze jedes Mal.

– Du ein Gartenkind bist. Gießen ist dein Ding. Oma schenkte dir eine kleine Kanne und du gießt alles, was du siehst. Du zupfst auch mal Unkraut und hilfst uns bei allem. Den Schredder hast du ordentlich festgehalten, damit er auch richtig arbeitet. Schippen wir die Schubkarre leer, holst du deine Schaufel und hilfst auch. Es ist der Knaller.

– Du endlich Zähne bekommst. Bis vor kurzem hattest du vier obere Schneidezähne und zwei untere. Gerade mal sechs. Konnte nicht so bleiben, dachte sich den Körper und drückt gerade vier Backenzähne und einen unteren Schneidezahn gleichzeitig durch. Dann sind es schon 11! Die letzte Nacht war schlimm, aber Schmerzzäpfchen haben geholfen. Heute schläfst du ganz ruhig.

Das Leben mit Dir wird lustiger, anstrengender und einfacher gleichzeitig. Toll ist, dass Du viel selbstständiger bist und anstrengend ist, dass du viel selbstständiger bist.😉

Du großer, wunderbarer Junge, unser Sohn!

15 Monate oder „Wo ist mein Baby???“

Lieber Kosmonaut,
das ging jetzt aber verdammt fix. Im letzten Monat hast du so viel dazugelernt, dass uns schwindelig wird.

1. Du läufst frei. Seit September läufst du zwar um Dinge herum, frei aber nie. Und im letzten Monat ging es dann auf einmal. Erst kleine Distanzen von 2-3 Schritten, die Du hektisch getippelt bist. Im Urlaub waren es dann ca. 10 Schritte, die auch immer sicherer wurden. Lustigerweise hältst du die Arme dabei gerne nach oben, über Kopf. Und seit dem Wochenende läufst du fast nur noch. Zumindest in der Wohnung und der Kita. Dass das draußen funktionieren soll findest du glaub ich noch merkwürdig.

2. Du sprichst immer mehr. Deine kleine Schnute lamentiert eigentlich immer. Aber mittlerweile kommen auch Worte raus, die auch wir verstehen.

Bu – Buch
alle – alle
nei – nein
ja! – ja
da – alles andere
Mama – Mama
Mama – Papa
Dada – Papa
brrrrr – Auto
wau wau – Hund
klickklack (mit der Zunge) – Pferd
Naserümpfen ohne Grunzen, weil es nicht klappt – Schwein
gack – Ente, Huhn, Gans

Fragen wir dich nach Gegenständen oder Personen, zeigst du drauf. Dein passiver Wortschatz ist schon riesig. Frage ich dich nach Papa, zeigst du ihn. Ansprechen tust du ihn aber als Dada oder Mama.

Du bist im Moment auch extrem bücherverrückt. Du rufst „Bu“, holst dir eins und kuschelst dich dann auf unseren Schoß.

3. Wutsch
Endlich ist das Wetter schöner und wir sind mehr draußen. Wir haben ein gebrauchtes Wutsch erstanden, dass du gerade zu beherrschen versuchst. Anfangs hast du es eher als Stuhl genutzt und die Welt beobachtet. Langsam verstehst du, dass du damit fahren kannst und legst kleinere Strecken zurück.

4. Essen und Trinken
Bisher hast du aus einer Flasche mit Strohhalm getrunken, auch in der Kita. Die anderen Kinder haben aber Tassen, die du dir immer öfter forderst. Also üben wir und auch die Kita mit dir das Trinken aus der Tasse. Mittlerweile klappt es ganz gut, solange dich nichts ablenkt.

Beim Essen möchtest du nie gefüttert werden. Du möchtest Besteck und zur Not hast du Finger. Nun gut.🙂 Übung macht den Meister.

5. Familienbindung
Über meinen Geburtstag waren wir mit meiner Mama im Urlaub. Sie stand dir schon immer am nächsten, weil sie einfach am häufigsten da ist. Aber seit dem Urlaub seid ihr richtig dicke miteinander. Mama und Papa können da getrost wegbleiben.

Auch dein Onkel fasziniert dich. Er ist so groß und lacht über jeden Unsinn den du machst. Auch, wenn du dein Gesicht in dein Stück Zupfkuchen drückst und völlig verkrümelt wieder hochkommst.

6. Schlafen
Am Samstag bist du ausgezogen. Wir haben dir ein großes Bett gekauft und mit Rausfallschutz gesichert. Darin schläfst du nun seit vier Nächten und es läuft ganz ok. Zum Einschlafen legt sich meist Papa zu dir und wartet bist du schläfst. Wenn zwischendurch der Nuckel weg ist, weinst du natürlich kurz, wachst aber nicht wirklich auf. 
Wenn du morgens aufwachst bist du nicht panisch oder orientierungslos, aber meckst bis wir dich holen. Wo sollst du auch hin in deinem Schlafsack?🙂

7. Kita
Brauchte es letzten Monat noch ein festes Abschiedritual und ich übergab dich auf den Arm einer Erzieherin, gehst du seit zwei Tagen direkt spielen. Du checkst kurz die Lage, entscheidest dich für ein Spielzeug und bist weg (auf zwei Beinen!).

Der letzte Monat war toll und aufregend. Der nächste birgt viele Veränderungen, weil ich wieder arbeiten muss.

Aber hej – ich hab ja jetzt einen großen Jungen an meiner Seite, der schon soooo viel allein kann.

Liebster Award

Frau Nullpunktzwo hat mich nominiert und ich freue mich sehr.

Deshalb gebe ich mein bestes die Spielregeln zu erfüllen, ahne aber, dass 11 Blogger zu finden eher schwierig wird.

Die Spielregeln:

  1. Verlinkt die Person, die Euch verlinkt hat – nämlich mich!
  2. Beantwortet die 11 Fragen, die Ihr ganz unten findet
  3. Findet 11 Blogger, die unter 200 Follower haben und nominiert sie
  4. Denkt Euch 11 neue Fragen für diese Blogger aus

Hier die Fragen von Frau Nullpunktzwi

  1. Seiten-, Bauch- oder Rückenschläfer?
    Früher Bauch, heute bzw. seit der Schwangerschaft Rückschläfer. Bzw. die neue „Disziplin“: Gucken wie das Baby liegt und Drumherumschläfer.
  2. Was hast Du immer in Deiner Handtasche (neben Geldbörse, Taschentüchern, Handy, Schlüssel, Babykram)?
    Meistens noch etwas zu trinken. Und einen Haufen Kleinkram wie z.B. Einzelteile von Ü-Ei Figuren, Kekskrümel, leere TaTü Verpackungen. Der Boden meiner Tasche ist das Grauen!
  3. Wie kam Dein Blog- bzw. Twittername zustande?
    frautanzi? Ich hatte mal ein Babysitterkind, dass mich Tanzi statt Franzi nannte. Ich fand das süß und so ist es dabei geblieben.🙂
  4. Wie lange bloggst/ twitterst Du schon?
    Ich habe einen beruflichen Blog seit ca. 4 Jahren, hatte mal einen Urlaubsblog 2010 und hier bin ich erst seit knapp 2 Jahren. Bei Twitter bin ich ca. 5 Jahre, seit 3 Jahren aktiv.
  5. Elternzeit: 3 volle Jahre ausschöpfen oder früher wieder zurück in den Job?
    Ich gehe nach 15 Monaten wieder arbeiten. Ich mag meinen Job und wir haben eine gute Betreuung für unseren Kleinen. Drei Jahre finde ich für mich zu lange. Aber könnte ich es mir aussuchen hätte ich gern 3 Tage Arbeit und dann 5 Tage mit Kind und Mann. Das wäre für mich die perfekte Balance. Halbe Tage arbeiten sind doch blöde.
  6. Immer stand-by oder feste Zeiten für soziale Netzwerke/ Bloggen?
    Immer standby. Leider. Ich sollte es mal anders versuchen. Bei FB guck ich kaum noch, aber Twitter ist ein übler Zeitfresser. Ich liebe meine Timeline sehr und möchte nichts verpassen. Aber was passiert, wenn ich doch mal was verpasse? Nix! Ich sollte darüber nachdenken.
  7. Deine erste und letzte Tat am Tag?
    Meine erste Tat ist den Mann und das Baby zu knutschen, kitzeln, aus dem Bett zu werfen. Und meine letzte…tja…Handy checken, Wecker stellen, Mann knutschen, einkuscheln und „bis gleich“ sagen.
  8. Auf welchen Luxus könntest Du verzichten?
    Das ist schwer! Ich könnte vermutlich auf den Fernseher verzichten, solange ich den Rechner habe. und ich könnte auf ein paar Küchengeräte verzichten, bin aber froh, dass ich es nicht muss.
  9. Auf welchen nicht?
    Ich möchte nicht mehr offline sein. Auch im Urlaub nicht. Dabei geht es nicht um Twittersucht oder ähnliches, sondern darum, dass ich es liebe alle Infos verfügbar zu haben. Wann immer ich es möchte. Ich kann Verkehr und Wetter googlen, im Urlaub das nächste Kaffee, Hintergründe zu Gebäuden, Straßennamen, Tieren. Ich kann die weiter entfernt lebende Familie live am Enkelkind teilhaben lassen. Ich habe meine Herzfreundinnen, die auch weit weg wohnen, immer bei mir. Ich habe eine Standleitung zu meinem Mann. Er bekommt so viel vom Kleinen mit, auch wenn er im Büro ist. Ich liebe es einfach!
  10. Fahrt ihr dieses Jahr weg? Wenn ja, wohin?
    Wir werden nicht klassisch in den Urlaub fahren, leider. Aber wir machen kurze Reisen nach Kiel, Göttingen und nach Sachsen Anhalt. Ich hoffe außerdem auf ein paar Tage Müritz. Ich vermisse sie schon sehr.
  11. Was magst Du an Dir selbst?
    Ich mag, dass ich eine gute Freundin bin. Ich gebe gerne und bin sehr hilfsbereit. Außerdem mag ich meine Empathie, auch wenn sie mich manchmal fertig macht. Ich habe eine gute Menschenkenntnis, die mich schon 1-2 Mal rechtzeitig gewarnt hat.

Und jetzt meine Fragen:

1. Mac oder PC?
2. Norden oder Süden?
3. Schokolade oder Gummibärchen?
4. Was ist dein Lieblingsrezept?
5. Welchen Film magst du immer wieder ansehen?
6. Welche waren schönsten drei Tage deines Lebens?
7. Was ist deine erste Kindheitserinnerung?
8. Welcher ist dein Lieblingssong/ welche deine liebste Zeile?
9. In welchen Bundesländern hast du schon Urlaub gemacht?
10. Wie weit wohnt deine beste Freundin/dein bester Freund entfernt? (hey, Partner zählt nicht)
11. Auf wieviele Konzerte gehst du dieses/warst du letztes Jahr?

Ich tagge

Mrs. Felsenheimer
Maries Logbuch

Graf Grau

Gräfin Grau

Kamikazefliege

Frollein Püppilotta

und jeder der noch mag. :***

14 Monate

Ich bin schon wieder zu spät – ich fange an zu schludern.🙂

Dein vierzehnter Lebensmonat begann mit Silvester und war geprägt von einem großen Thema: Mittagsschlaf in der Kita.

Was habe ich mir darüber Sorgen gemacht! Zu Hause schläfst du nach wie vor bei uns – entweder im Beistellbett oder (fast immer) zwischen uns. Wir lieben die Nähe und das gemeinsame Aufwachen sehr. Wir schlafen mit geschlossenen Rolläden, sodass es immer zappenduster (chrchrchr) ist. Wirst du morgens wach, tastest du herum und suchst mein Gesicht. Ich liebe es sehr.🙂

Aber eben diese Nähe machte mir in Bezug auf den Mittagsschlaf Sorgen. In deiner Gruppe gibt es einen Schlafraum mit 12 kleinen Bettchen. Außerdem gibt es einen Raum für die Kleinsten zum Spielen und einen großen Gruppenraum, in dem gegessen wird. Deinen ersten Mittagsschlaf solltest du nicht im Schlafraum halten. Die Erzieherinnen legten dich in einen weich gepolsterten Weidenkorb und deckten dich zu. Sie blieb bei dir und streichelte deinen Kopf und hielt deine Hand. Innerhalb weniger Minuten warst du eingeschlafen – und das immerhin für 45 Minuten. Danach rief die Kita mich an und ich holte dich ab.

Nach zwei weiteren Körbchenschläfchen hast du dein Bett bezogen. Ich habe dir deine Bettmaus mit in die Kita gebracht, damit du dich wohl und vertraut fühlst. Was soll ich sagen? 2 Stunden hast du durchgeratzt und du bist ganz allein eingeschlafen! Die Erzieherinnen legen dich immer als erstes hin und lassen die Tür auf während die anderen Kinder in Ihre Pölter gesteckt werden. Du beobachtest das Treiben und schläfst wohl darüber ein. Einmal sogar schon am Mittagstisch.

Ich bin sehr glücklich und dankbar über die tollen Erzieherinnen und über deine Entwicklung. So kann ich bald wieder arbeiten gehen und weiß, dass es dir an nichts fehlt. Mittlerweile freust du dich morgens, wenn wir bei der Kita vorfahren. Du weißt genau was passiert. Wir gehen rein, winken der Leiterin, die ihre Bürotür immer offen hat und jedes Kind mit Namen begrüsst. Dann gehen wir den Flur entlang. Hier hängen gebastelte Wolken von der Decke, die wir beide anpusten, damit sie sich drehen. Dann gehen wir in die Gruppengarderobe und ziehen deine Jacke aus. Bevor wir rein gehen drücke ich dich fest, küsse dich und erzähle dir, dass ich bald wieder komme. Werden gerade andere Kinder abgegeben warten wir noch, bis wir dran sind. Denn ich möchte, dass du die volle Aufmerksamkeit hast. Du wirst begrüßt, ich erzähle kurz ob was zu beachten ist (Zähne kommen, schlechte Nacht o.ä.), dann werfe ich dich dreimal hoch mit Küsschen und übergebe dich. Dann kann ich gehen ohne das du weinst.
Diesen Ablauf haben wir uns erarbeitet und er gibt uns beiden Sicherheit.

Ansonsten brachte der letzte Monat einen neuen Zahn (Nummer 5, Schneidezahn oben). Außerdem stehst du jetzt ab und an mal frei. Nicht immer nur aus Versehen, sondern manchmal wirkt es, als würdest du gucken was passiert. Du hast gelernt auf das Sofa drauf zu klettern und auch wieder herunter. Das bedeutet für uns: Noch mehr aufpassen – Notebooks sichern… Alleine laufen ist aber noch kein Thema.

Seit vier Wochen gehen wir nun auch zum Kinderturnen. Du liebst die große Halle und gehst stiften, sobald ich dich auf den Boden setze. Wir erklimmen Kästen und schräggestellte Bänke und du rutschst große Mattenstapel hinab. Am liebsten wirst du aber von mir auf die richtig dicken Matten „geworfen“ und durchgekitzelt.

Enorm entwickelt hat sich im letzten Monat dein passiver Wortschatz. Du kennst ganz viele Dinge beim Namen. Auf Fragen wie „Wo ist/sind die Maus, Lampe, das Playmobilmännchen, deine Schuhe, die Bücher, der Ball etc.“ reagierst du mit zeigen auf die Gegenstände. Oder du bringst sie, wenn wir danach fragen.

Besonders ungern hörst du das Wort „Nein!“ oder schlimmer noch „Nein! Nein!“ – nur noch gesteigert von „Nein! Lass das!“. Du wirst stinkewütend! Du heulst los, wirfst dich auf den Boden und ziehst eine echte Show ab. Show deshalb, weil dich die kleinste Ablenkung im Heulwahn stoppt und du direkt wieder loskicherst. Alter Ganove!

Wie jeden Monat stelle ich fest, dass jeder Monat so besonders ist. Ich vermisse mein „Baby“ nicht – ich fiebere jeder neuen Entwicklung entgegen. Das hab ich vor einem Jahr noch nicht geglaubt.

Im nächsten Monat fahren wir in den Urlaub und feiern meinen zweiten Geburtstag als Mama. Ich freu mich drauf.❤

13 Monate

Lieber Juri,

der erste Monat deines neuen Lebensjahres ist um und endete in deinem zweiten Weihnachtsfest.

Vorsichtig würde ich sagen, dass er recht ereignisarm war. Zwar haben wir viel gefeiert (zwei Kindergeburtstag, einen Großtantengeburtstag und insgesamt drei mal Weihnachten) aber wir sind auch alle drei krank. Du hast einen fiesen, hartnäckigen Schnupfen, hattest richtig hohes Fieber (zum ersten Mal über 40°!) und einen anstrengenden Husten. Papa und mich hat es ähnlich erwischt, nur ohne Fieber.

Aber der Reihe nach. Nach deinem Geburtstag fuhren wir zu Papas Eltern und Ihrem Hund. Dort verbrachten wir drei Tage. Nach der Ankunft hast du furchtbare Angst vor dem Hund gehabt, geweint und die Füße eingezogen, sobald er an uns vorbei ging. Doch deine Neugier und die Tatsache, dass wir den Hund streichelten, machte dich mutig. Am Abend ward ihr schon Kumpels und habt nebeneinander auf dem Boden gesessen. Wenn keiner guckte hast du ihr Bausteine hingelegt, die sie genüsslich zerkaute. Ich vermute, dass sich hier eine große Liebe anbahnt.

Kaum waren wir zu Hause, überkam dich schlimmes Fieber. Du warst richtig apathisch und wir haben uns große Sorgen gemacht. Erst ein lauwarmer Brustwickel hat das Fieber gesenkt. Den Schnupfen bist du immer noch nicht los. Die Kinderärztin findet das allerdings normal und nicht besorgniserregend.

Aufgrund deiner Krankheit warst du diesen Monat nicht so oft in der Kita. Aber wenn, hast du große Augen gemacht. Überall war liebevoll dekoriert und sogar eine kleine Eisenbahn drehte ihre Runden. Jedes Kind durfte eine Kugel/Anhänger an den Baum hängen und sogar der Nikolaus war da. (hier zu Hause hatten wir ihn vergessen😉

Natürlich war der Monat auch der Monat der Geschenke. Du wurdest bewichtelt und hast das Playmobilmotorrad direkt in dein Herz geschlossen, wir jagten dir die Ikea Kinderküche zum Sonderpreis und Weihnachten kam ja auch noch! Da gabs noch mehr Lego Duplo, eine Playmobil Rakete, vom Opa einen tollen Schlitten und Geld. Das legen wir weg und im Frühjahr gibts dann einen Sandkasten und ein Gartenhäuschen.

Die Küche findest du toll. Natürlich „kochst“ du noch nicht. Aber du öffnest und schliesst die Schränke, räumst die Teller und Bestecke aus, steckst deinen Kopf hinein und lachst dich scheckig. Papa hat mit Kinderschüssel und Löffel so getan als würde er essen und dabei geschmatzt – das fandest du so toll, dass du es jetzt nachmachst. Soooo niedlich!

Deine Entwicklung im letzten Monat war nicht rasend, aber macht uns manchmal ganz schön ratlos. Du bist nämlich immer mal wieder richtig wütend. Du wirst dann sehr laut, drückst dich weg von uns und machst dich ganz steif. Wickeln ist wieder zur Nahkampfsportart geworden. Auch haust du deinen Kopf gegen Schränke oder Wände. Immer wieder. Halten wir dich davon ab, wirst du noch wütender. Da ich davon schon häufiger las, finde ich es nicht bedenklich. Wir werden es beobachten.

Kurz vor Weihnachten waren wir noch bei der U6. Du bist 81cm groß und wiegst 10,3 kg. Dein Kopf misst 49 cm – 14 cm mehr als bei der Geburt. Die Ärztin war sehr zufrieden mit dir und hat uns gelobt.

Beneidet wurde ich diesen Monat mehrfach um mein Schmusebaby. Wenn fremde Leute auf dich zukommen, willst du auf meinen (oder Papas) Arm. Da schmiegst du dich ganz dicht an und guckst dir die Leute an. Aus dieser Position lässt es sich prima schäkern. Du Schelm!

Was ich unbedingt noch erwähnen möchte ist, dass du dein Herz für ein weitere Menschen geöffnet hast. Bisher waren das nur Papa, Oma und ich, die dich jederzeit hochheben durften und mit denen du alleine sein konntest. Diesen Monat kamen definitiv Onkel und Tante dazu. Wie die Wilden habt ihr getobt am ersten Feiertag! Da waren wir abgemeldet! Außerdem sind da noch J+I. Die beiden Mädels und ihre Söhne haben wir mittlerweile so oft getroffen, dass du genau weißt, dass alles gut ist.🙂

Zur Statistik: Du läufst weiterhin nicht frei und stehst auch nicht frei. Zähne gabs auch keine neuen.

Neues Feature: Rückwärts vom Bett/Sofa klettern. Danke an den Onkel!🙂

Der Januar wird hoffentlich wieder ein wenig mehr Routine bringen. Wir wollen anfangen deine Kitazeiten zu verlängern, da ich ja bald wieder arbeiten muss. Aber erst mal ist Silvester – Papas heiligster Feiertag, den wir dieses Jahr zu Hause und in netter Gesellschaft verbringen.

Du bist Freude

Es ist mir ein dringendes Bedürfnis das hier festzuhalten.

Bevor Du in unser Leben getreten bist waren dein Papa und ich im Umgang mit anderen Menschen sehr reserviert. Wir sind keine Menschenfreunde und finden viel zu schnell Fehler an anderen. Wenn es überhaupt soweit kommt, dass wir die anderen kennenlernen.

In der Schwangerschaft wurde ich nicht oft von Fremden belästigt. Aber als du geboren wurdest, zart, rosa und wunderschön, fing es an. Leute verrenkten sich den Hals um dich im KiWa oder Maxi Cosi anzugucken (wie sie es bei jedem Baby tun) und zwangsläufig sprachen sie uns an. Fragten nach deinem Namen, ob du isst, schläfst und uns auch sonst auf Trab hältst.
Wir fanden das meistens lästig, gewöhnten uns aber dran und manchmal schaffte ich es auch keine patzigen Antworten zu geben (immerhin war ich in der ersten Zeit auch dauermüde und das ist eine denkbar schlechte Kombination mit blöden Leuten).

Dann, irgendwann im Sommer, fing es an. Du warst wach und wachsam, wenn wir unterwegs waren. Ich hörte um mich herum Menschen lachen. Hinter meinem Rücken, am Nachbartisch, an der Nebenkasse. Wenn ich mich irritiert um oder dich an sah blickte ich in angezuckerte Gesichter. Männer und Frauen jeden Alters, die sich für dich zum Affen machen. Du belohntest sie dafür mit deinem zahnlosen Grinsen.

Von da an änderten sich die Kommentare der Leute von „essen, schlafen, blabla“ in „ist er immer so freundlich? so ein tolles, freundliches baby. etc“ Und ganz ehrlich? Damit kann ich ja viel besser leben und wuchs jedes Mal ein bisschen vor Stolz und Verliebtheit. Ja! Mein Baby ist super, freundlich, zuckersüß und das Schönste überhaupt.

Ende des Sommers, du konntest mittlerweile im Einkaufswagen sitzen, kam die nächste Steigerung. Du wolltest nicht mehr beliebig angeschäkert werden. Nein! Kam jemand Fremdes auf dich zu und dir wohlmöglich noch zu nah, suchtest du mich und weintest auch schon mal los.

Aber wenn du dich auf jemanden eingeschossen hattest, gab es kein halten mehr. Und du bist ein Typ für die harten Fälle. In einem türkischen Restaurant in der Stadt hast du dir z.B. einen ca. 17 jährigen jungen Checker ausgesucht – nicht unsympatisch, aber nicht unbedingt kinderaffin. Er ignorierte dich komplett als wir uns an den Nachbartisch setzten. Dein Hochstuhl stand mit mit dem Rücken zu ihm. Also lehntest du dich schwungvoll zurück, sodass er automatisch guckte und drehtest dich dann ganz schnell wieder um. Ungefähr 10 Mal. Als du seine Beachtung hattest, fingst du an Kuckuck mit ihm zu spielen. Danach gucktest du nur nach wenige Sekunden hin und hast jedes Mal schelmisch gegrinst. Der Typ hat sich scheckig gelacht und winkte dir zu, als er ging.

Im Urlaub legtest du Deine Hand vertrauensvoll auf das Knie unseres Sitznachbarn im Flieger. Seine Skepsis verflog innerhalb des Fluges und er wurde ein echter Kosmonautenfan.

Bei Ikea hast du dir letztens ein furchtbar cooles Endvierzigeredhardypärchen (Typ: Wir haben keine Kinder und lieben unsere Freiheit) gesucht und angezuckert.

Einzig ein Typ im Bus (2×2 Meter) wechselte den Platz, als du dich auf meinem Schoss hinstelltest um seine behaarte Arme zu streicheln.😀

Fakt ist – du machst glücklich. Du zauberst Lächeln auf so viele Gesichter. Klar kann man behaupten, dass das alle Babys tun, aber das weiß ich besser.😉

Seit neustem mache ich Feldversuche mit deiner Hilfe. Dein Uropa (vom Papa)  zum Beispiel ist ein eher ernster Mann. Also brachte ich dich beim letzten Besuch durch kitzeln und wildes Spielen (wie du es liebst) dazu laut und herzhaft zu lachen. Ich konnte richtig sehen, wie ihm das Herz aufging. Das war ein echter Herzschmelzmoment.

Deine Uroma (meine Oma) ist dir zwar ohnehin verfallen, aber beim letzten Besuch hast du so wunderbar mit ihr geschäkert, dass auch sie Tränen lachte. Ich glaube, dass sie das lange nicht gemacht hat.

Deine neuesten Features wie Klatschen, „Wie groß bist du?“ und Hände vor den Kopf schlagen, wenn wir „oh man oh man“ sagen, werden bestimmt auch viele Menschen zum Lachen bringen und jedes Lachen ist doch schön, oder?

Es ist wunderschön mit Dir. Du machst uns glücklich. Du bist Freude.❤